Wissenswertes zum Einradfahren

Tolle Sportart, bei der der Spaß im Vordergrund steht. Wir fahren als Vierer- und Sechser-Einrad-Gruppe. Einrad-Begeisterte im Alter von 11-16 Jahren sind jederzeit herzlich willkommen!

Einradfahren

Das Einrad ist ein Fahrzeug, welches nur mit einem Punkt (dem Rad) den Boden berührt. Meist versteht man darunter ein Muskelkraft angetriebenes Pedalfahrzeug, das vor allem als Sportgerät, aber auch von Artisten im Zirkus oder Varieté genutzt wird.

Da es nur ein Rad besitzt, muss der Fahrer es aktiv in einer labilen Balance halten. Er sitzt dabei freihändig auf einem Bananensattel senkrecht über der Radnabe und tritt zwecks Bewegung und Balance in die Pedale – ähnlich wie beim Fahrrad. Durch das so genannte Pendeln, bei dem der Einradfahrer das Rad eine halbe Umdrehung vor- und zurückbewegt, kann das Einrad auch auf der Stelle gehalten werden. Sehr gute Einradfahrer können jedoch auch lange ohne Pedalbewegung auf dem Rad balancieren.

Die Kurbeln sind über die Tretlagerwelle fest mit der Radnabe verbunden. Anders als beim Fahrrad gibt es keinen Freilauf – gebremst wird daher durch Muskelkrafteinwirkung auf das Pedal gegen die Drehrichtung der Kurbel.

Normale Fahrradteile eignen sich nicht ohne weiteres, um daraus ein Einrad zusammenzubauen, da sie anders geformt sind (Sattel, Gabel) oder den Belastungen, die beim Einrad aufgrund der Kraftverteilung auf nur ein Rad an manchen Stellen höher ausfallen als beim Fahrrad, nicht standhalten (Speichen).

Einräder gibt es in verschiedenen Größen, von Miniatureinrädern mit einer Radgröße von 12 Zoll bis zu großen Einrädern mit einem Raddurchmesser von 50 Zoll. Die verbreitetsten Größen sind 20 und 24 Zoll. Kleinere Einräder sind wendiger und eignen sich so besser für Einradtricks, größere Einräder laufen ruhiger und ermöglichen höhere Geschwindigkeiten. Ähnlich verhält es sich mit der Kurbellänge: kürzere Kurbeln ermöglichen eine schnelle, kraftvolle Beschleunigung, z. B. gut für das Fahren von Pirouetten, lange Kurbeln bieten eine bessere Hebelwirkung, gut fürs Geländefahren. Einräder mit einer eckigen Gabel ermöglichen es, bei verschiedenen Tricks die Füße darauf zu stellen.

Routinierte Einradfahrer bewegen sich auf dem Einrad so sicher wie Fußgänger und bewältigen problemlos auch längere Strecken; es gibt z. B. Berichte zu einer Fahrt über die Alpen und auch über die Durchquerung der USA. Dazu wurden Einräder mit besonderen Satteln und Handbremsen ausgestattet.

Richtige Einstellung

Es ist wichtig, dass der Sattel die richtige Höhe hat. Zu tiefer Sattel und falsche Fußstellung können zu Knieschmerzen führen. Als grober Anhaltspunkt kann gelten, dass der Sattel auf Bauchnabelhöhe eingestellt ist. Bei der genaueren Messung muss sich das Pedal in unterster Stellung befinden: die optimale Höhe hat der Fahrer, wenn er auf dem Einrad sitzt und sein Knie dabei nur leicht gebeugt ist. Das Pedal sollte mit den Fußballen, nicht mit dem Mittelfuß, getreten werden.

Entstehung des Einrades

Am Anfang steht die Erfindung des Rades (ca. 4.000 v.Chr.). Bis das erste "Fahrrad" entwickelt wurde, dauerte es noch mindesten 2.700 Jahre. Aus dieser Zeit stammt sehr wahrscheinlich die erste Abbildung eines zweiradähnlichen Fahrzeuges. Auf einer Art Tragbalken, welcher mit zwei Rädern verbunden ist, sitzt ein Mann. Dieses Gefährt kann man mit einem Laufrad vergleichen.

Dank Ernest und Pierre Michaux musste man sich ab 1861 auf dem Fahrrad nicht mehr mit Laufbewegungen fortbewegen, sondern konnte in die am Vorderrad angebrachten Kurbeln mit Pedalen treten. Dieses "Velociped" wurde sofort beliebt. Doch schon bald zeigten sich die Nachteile: wer mit diesem Rad längere Strecke zurücklegen wollte, musste aufgrund der direkten Übersetzung sehr schnell und oft treten. Um die zurückgelegte Wegstrecke je Kurbelumdrehung zu verlängern, vergrösserte man das Vorderrad und verkleinerte dafür das Hinterrad. Dadurch entstand das Hochrad. Da das Hinterrad immer kleiner wurde und schon bald nur noch die Rolle als Stützrad spielte, verzichteten einige Fahrer darauf. So entstand das Einrad.

Einradtricks
  • Freihändig aufsteigen
    Für Neuanfänger ist das Aufsteigen ohne Festhalten oder Hilfestellung relativ schwierig. Man hält mit einer Hand den Sattel, der zwischen die Beine geklemmt ist. Das Rad wird etwas vorgestellt und ein Pedal etwas hinterhalb des tiefsten Punktes sein. Mit einem leichten Schubs tritt man das Pedal hinunter, worauf sich das Rad in Richtung Fahrer bewegt und der Sattel aufsteigt. Nun heisst es nur noch "Balance halten". Zu Beginn ist es günstig, das ganze mit Festhalten an einem Zaun zu üben.
  • Rückwärts fahren 
  • Pendeln
    Sich auf dem Einrad auf der Stelle halten, indem der Reifen durch eine „Pendelbewegung“ kurz hin- und herbewegt wird.
  • Einbeinig Pendeln
    Der obere Fuß befindet sich statt auf dem Pedal auf der Gabel oder wird vor dem Rad ausgestreckt.
  • Einbeinig Fahren
    Fußposition wie beim einbeinigen Pendeln und mit dem unteren Fuß holt man soviel Schwung, dass der obere die ganze Fahrt an der Gabel bleibt.
  • Seat-out fahren
    Der Sattel wird hinter oder vor dem Körper festgehalten, ohne dass man selber auf dem Sattel sitzt.
  • Wheel Walking
    Beide Füße befinden sich vorne auf dem Reifen eines Rades. Dieser wird durch kleine „Tippelbewegungen“ langsam angedreht.
  • Springen
    Der Sattel wird zwischen den Oberschenkeln eingeklemmt oder mit den Händen gehalten. Durch Druck auf beide Pedale kann der Einradfahrer samt Rad hochspringen und auf der Stelle hüpfen. Bei Meisterschaften werden Wettkämpfe im Hochsprung und im Weitsprung ausgetragen. Das Springen ist auch eine wichtige Technik im Einrad-Trial und MUni.
  • Unispin
    Der Einradfahrer springt hoch, und dreht während der Flugphase den Sattel (und somit auch das Einrad) um 180, 360, 540 oder mehr Grad. Nach der Drehung landet der Fahrer wieder auf den Pedalen.
  • Stand up
    Beim Stand up steht man mit einem Fuß auf der Gabel und treibt mit dem anderen den Reifen an. Das geht entweder vorwärts, das ist dann so wie 1ft wheel walk im Stehen oder rückwärts, das ist dann so wie kosh kosh im Stehen.
  • Coasting
    Beim Coasting berührt der Fuß weder Reifen noch Pedale. Coasting gibt es in mehreren Varianten, z. B. Downhillcoasting oder Powercoasting.
  • E.T.
    Beim E.T. (oder auch Full rev) wird bei einem Sprung in der Luft weitergetreten.
  • Crankflip
    Beim Crankflip werden die Füße im Sprung weggestreckt, während das Rad eine Umdrehung macht.
  • Seatdrop
    Der Sattel wird nach hinten oder vorne fallen gelassen und man fährt so weiter
  • Gliding (one foot wheel walk)
    Ein Fuß auf der Gabel der andere Fuß ist sowohl auf gabel und Rad und bewegt das Rad
  • side mount
    seitlicher Aufstieg bei dem das Bein über den Sattel geschwungen wird
  • Pirouette
    dabei dreht sich der Fahrer mit dem Einrad in eine Richtung (es sieht dann so aus wie eine Schraube)

Quelle und weitere Hinweise über das Kunstradfahren finden sich unter www.wikipedia.de